Sind die Sicherheitshüllen um die Brennstäbe bereits beschädigt?
In Pressenmitteilungen erklärte der Atommeiler-Betreiber Tepco , dass „bei der Detonation im Reaktor 3 im Unterschied zu den beiden ersten Explosionen der Reaktor selbst beschädigt worden sei.“ Im September 2010 soll Tepco in diesem Reaktor 3 mit dem Einsatz von plutoniumhaltigen Mox-Brennelementen begonnen haben. Bei Wikipedia ist für den Laien nachzulesen, dass es sich hierbei um Brennelemente handelt, die (ich zitiere) „im Gegensatz zu Brennelementen aus reinem Urandioxid ein weiteres Oxid enthalten. Meist handelt es sich dabei um Plutoniumdioxid. Wegen der Anwesenheit von Plutonium sind aber deutlich größere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.“
Nunmehr teilt Tepco mit, dass es nicht ausgeschlossen werden kann, dass es zu einer Kernschmelze komme.
Droht im Atomkraftwerk Fukushima I eine Kernschmelze, ein Szenario unvorstellbaren menschliches Leids?
Was kann noch passieren? Es ist alles theoretisch bekannt und man brauch nicht Physik studiert zu haben! Wikepedia verweis darauf, dass, sofern es nicht gelingt, in „der ersten Zeit den Druck im Reaktor stark abzusenken“, es zu einer Hochdruckkernschmelze komme kann. Dabei wird „die Wand des Reaktorbehälters durch glühend heiße Schmelze stark geschwächt und gleichzeitig kommt es zu einem explosionsartigem Druckanstieg, der zu Leckagen führen kann, was radioaktives Material freisetzt.“ (auszugsweise aus Wikipedia zitiert)
Was muss noch geschehen, damit der Mensch von der mörderischen und unbeherrschbaren Atomtechnologie Abstand nimmt? Das war in der Vergangenheit bereits geschehen:
- Im schweizerischen Versuchsatomkraftwerk Lucens kam es am 21.01.1969 zu einer Kernschmelze und zum Brennelementebrand mit anschließender Freisetzung von Radioaktivität nach Ausfall der Kühlung.
- Am 17.10.1969 schmolzen nach Inbetriebnahme des Reaktors 50 kg Brennstoff im Kernkraftwerk Saint –Laurent (Frankreich).
- Am 22. Februar 1977 schmolzen im slowakischen Kernkraftwerk Bohunice einige Brennelemente.
- Eine Explosion konnte am 28.031979 im Kernkraftwerk Three Mile Island bei Harrisburg (Pennsylvania) durch Ablassen des freigesetzten radioaktiven Dampfes in die Umgebung verhindert werden. Hier kam es bereits zu einer Kernschmelze, die glücklicherweise (aus heutiger Sicht) noch vor dem Durchschmelzen des Reaktordruckbehälters zum Stehen gekommen war.
- Am 26.04.1986 ereignete sich der allen noch in Erinnerung gebliebene katastrophale Reaktorunfall in Tschernobyl mit dem Ergebnis der Schaffung einer rund 30 Kilometer Sperrzone um diese Anlage
(Quelle: Wikipedia)
Werden wir weiterhin zu lassen, dass die Atomlobby ungeniert ihre Profite maximieren kann? „So wehrt sich bereits heute die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gegen eine erneute Infragestellung der Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke. «Es darf auch vor dem Hintergrund der schrecklichen Katastrophe in Japan nicht sein, dass die deutschen Versorger und damit auch deren Aktionäre immer wieder zum Spielball der Politik werden und gefundene Kompromisse im Minutentakt auf den Kopf gestellt werden», sagte der DSW-Geschäftsführer Marc Tüngler am Montag der Nachrichtenagentur dapd.“ (gefunden auf www.techfieber.de)
Hier wird bereits jetzt für die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke seitens der Atomlobby gekämpft. Dieses möchte ich nicht mehr kommentieren. Unter diesem Gesichtpunkt wird es interessant sein, das Hin- und Her-Manövrieren der Bunderregierung zu betrachten und zu bewerten. Schauen wir mal!
